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2008-10-25: Whitelisting und Delivery-Überwachungstools verschiedener Provider

Einleitung

Wer Emails in großen Mengen versendet (z.B. als Newsletter-Versender oder Email-Provider (ESP)), sollte sich möglichst frühzeitig darüber Gedanken machen, wie er sicherstellt, dass möglichst viele Mails die Spamfilter der Provider passieren und die versendenden Mailserver nicht auf den Blacklists der Provider landen.
Neben dem Design der Mail, d.h. der richtigen Wahl des Contents und der RFC-Konformität, spielt hier auch die Überwachung der Reputation bei den einzelnen Providern sowie die Überwachung verschiedener Blacklist-Projekte eine Rolle, um schnell auf Einträge in solchen Listen und bei Providern zu reagieren, bevor das nächste Mailing nicht seine Empfänger erreicht.
Dieser Artikel widmet sich:

Übersicht


Provider

AOL

Whitelisting
AOL bietet eine Whitelist, für die man sich unter postmaster.aol.com registrieren kann. Dort gibt man neben Informationen zum Unternehmen auch eine Feedbackloop-Adresse an. Dazu siehe im nächsten Abschnitt.
Die Teilnahme an der Whitelist ist kostenlos, jedoch müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, um an der Whitelist teilnehmen zu können und außerdem weiterhin dort geführt zu werden:

Weiterhin wird die Zustallrate durch die Verwendung des Sender Policy Frameworks, einer DNS-basierten Authentifizerungsmethode, begünstigt.

Spamfeedback
Das Spamfeedback-Programm von AOL, an dessen Teilnahme man verpflichtet ist, wenn man in die Whitelist eingeschrieben werden möchte, sorgt dafür, dass jede Mail, die von einem AOL-Benutzer als Spam markiert wird, an eine angegebene Adresse weitergeleitet wird. Diese Mails sollte man nutzen, um die Empfänger aus seinem Verteiler zu entfernen. Die Anmeldung für das Spamfeedback-Programm erfolgt entweder im Rahmen der Whitelist oder unter der Adresse postmaster.aol.com


Yahoo

Whitelisting
Auch Yahoo! bietet ein eigenes Whitelisting-Programm an. Die Bewerbung erfolgt über ein Formular, in das die Basis-Informationen über das Unternehmen und die versendenden Mail-Server eingetragen werden. Im Anschluss daran erhält man einen Fragebogen, der ausgefüllt an Yahoo zurückgeschickt werden muss. Nach der überprüfung der Angaben durch Yahoo wird man, wenn keine Probleme auftreten, in die Whitelist aufgenommen.

Spamfeedback
Im Rahmen des Whitelisting bietet Yahoo auch ein Spamfeedback-Programm an.


Hotmail/MSN/Live

Whitelisting
Hotmail verwendet SenderScore, die Whitelist von ReturnPath. Die Anmeldung dort wird im Abschnitt Whitelists beschrieben.

Spamfeedback
Auch Microsoft bietet ein Spamfeedback-Programm. Die Anmeldung hierfür konnte ich bisher noch nicht abschließen, ich werde darüber berichten, sobald die Anmeldung erfolgt ist.

Überwachung
Microsoft bietet zur Überwachung der Reputation der eigenen Server ein Online-Tool, SNDS. Die Anmeldung erfolgt online über eine Live-ID, zu überwachende Hosts werden eingetragen und über eine Email an eine der in den Whois-Daten aufgelisteten Email-Adressen aktiviert. Somit wird verhindert, dass jemand diese Daten für Server/Netzwerke angezeigt bekommt, der keine Berechtigung dafür hat.
In der Übersicht werden für jeden Server pro Tag folgende Daten angezeigt:

Diese Daten lassen sich auch täglich als CSV-Datei herunterladen und können somit archiviert und zusammengefasst ausgewertet werden.
Sie können hier in Kürze bald ein kleines, in PHP geschriebenes Tool herunterladen, das täglich durch einen CRON-Job die aktuellen Daten herunterlädt und verschiedene Möglichkeiten zur Auswertung bietet. Diesen Service biete ich aus Datenschutzgründen (Übertragung & Speicherung des Access-Keys) nicht online an.


Whitelists

Neben den Provider-eigenen Whitelists gibt es einige Whitelists, die, gegen Entgelt, das Whitelisting bei verschiedenen Providern für den Versender übernehmen. Die Aufnahme findet durch eine Bewerbung statt, die Anforderungen sind meist recht hoch. Dafür erhält man, neben dem Whitelisting-Status bei den unterstützenden Providern, oft umfassende Tools zur Überwachung des Whitelisting-Status, Bounces, Spam-Reports und Delivery-Rate. Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl von Whitelist-Anbietern, den monatlichen Kosten und Anmeldegebühren sowie den Providern, bei denen man durch die Aufnahme in die Whitelist aufgenommen wird:
Whitelist Kosten/Monat Aufnahmegebühr Provider-Liste
Senderscore Volumenabhängig, $500 - $5000 Volumenabhängig, $0 - $1.500 Hotmail/Windows Live/MSN, IronPort, weitere, Yahoo! geplant
Certified Sender Alliance Abhängig vom Umsatz des Unternehmens z.Zt. unbekannt web.de, netcologne, gmx, weitere deutsche Provider
Bei diesen Whitelisting-Services ist zu beachten, dass bei einer gewissen Anzahl an Verstößen der Whitelisting-Status erlischt. Zu Senderscore habe ich hier keine genauen Angaben. Bei Certified Sender Alliance erhält man für jede berechtigte Spam-Beschwerde (d.h. für diese Email-Adresse liegt kein Opt-In vor), die über ECO an einen Versender herangetragen wird, eine "Rüge". Die dritte Rüge sorgt für den Ausschluss aus der Whitelist und einer öffentlichen Bekanntmachung über den "Rauswurf".

Blacklists

Es gibt im Netz viele Blacklists, die nicht nur IP-Adressen auflisten, von denen aus Spam versendet wird, sondern auch Open-Relays, Open-Proxies, Zombies und Dynamische IP-Adressen.
Diese Blacklists können über DNS abgefragt werden. Ist die überprüfte IP in der Blacklist enthalten, liefert der Server ein Ergebnis (meist eine IP im Bereich 127.0.0.0/8), ansonsten nicht.
Es ist wichtig, seine IP-Adressen regelmäßig in Blacklists zu überprüfen, um der Blockierung der eigenen Mails vorzubeugen. Ebenso ist es sehr wichtig, die selbst verwendeten Blacklists regelmäßig zu überprüfen, um nicht ungültige Blacklists zu verwenden.
Mit diesem Formular können Sie diverse Blacklists auf das Auftreten Ihrer IP-Adressen testen.
Blacklist-Check und/oder


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